Gadget Review: Meine Suunto 9 Peak

Nach dem langen Einsatz meiner Suunto Spartan Baro habe ich mir im Frühjahr 2022 die neue Suunto 9 Peak gekauft. Endlich!

Ich habe mich sehr über das neue Modell von Suunto gefreut, da es alle technischen Eigenschaften meiner alten Suunto Uhr mit einem schmaleren, schicken Design vereint. Jetzt ist meine Suunto auch endlich alltagstauglich.

Ich habe mich für die Farbe „Moss gray“ entschieden.

Aktuell (Sep.22) ist die Uhr für einen Preis von 419 € zu haben.

Technische Details

Maße43 x 43 x 10,6 mm 
Gewicht62 g 
Lünettenmaterial:Edelstahl
Glasmaterial:Saphirkristall
Gehäusematerial:Edelstahl, glasfaserverstärktes Polyamid

Mehr Informationen gibt es beim Hersteller

Das Armband

Das Armband der Uhr lässt sich flexibel wechseln. Geliefert wird es mit einem 22mm breiten Silikonarmband. Welches für eine Handgelenksbreite von 125–175 mm geeignet ist. Es gibt aber auch Alternativen aus Leder und auch Alternativen für breitere Handgelenke (Zusatzarmband bis 215 mm).

Das Silikonarband juckt nicht oder ist in irgendeiner Form unangenehm. Ich trage es jetzt seit einigen Monaten und empfinde es als sehr wertig.

Uhrgehäuse

Die Uhr macht einen stabilen Eindruck und sieht dabei noch echt toll aus. Die Druckknöpfe haben einen sehr guten Widerstand und funktionieren einwandfrei. Das Display spiegelt leicht bei Sonneneinstrahlung, trotzdem können die Daten gut abgelesen werden.

Die wichtigsten Funktionen der Uhr lassen sich über die Druckknöpfe bedienen, während einer Aktivität kann man ausschließlich diese verwenden. Einige Daten der Uhr müssen aber über den Touchscreen abgerufen werden, sofern man gerade keine Aktivität aufzeichnet. Zum Beispiel der Blutsauerstoff, die aktiven Kalorien, die aktive Erholungszeit, Temperatur sowie die Fitness Altersstufe.

Das Display ist äußerst robust und kratzfest. Mein Display hat allerdings einen schweren Fahrradsturz erlitten, hierbei kam es durch den Aufprall auf Asphalt zu einem Riss im Displayglas. Dieser sieht nicht schön aus, wirkt sich aber auf die Funktion nicht weiter aus. Bei der Wucht des Aufschlages, nehme ich es der Uhr nicht krumm, dass sie einen Sprung hat, denn nebenbei sind auch an mir auch einige Dinge kaputt gegangen 😉 Natürlich ist es ärgerlich und erinnert mich beim Benutzten der Uhr nun immer an diesen unschönen Moment. Ich denke aber, dass man das Glas ggf. austauschen kann.

Die Lesbarkeit des Displays wurde in einigen anderen Reviews bemängelt. Ich hingegen hatte nie Schwierigkeiten, ob zu Fuß oder auf dem Rad meine Uhr abzulesen. Die Helligkeit passt sich bei der Uhr automatisch an. Es ist zwar nie überaus hell strahlend, aber das muss es auch nicht. Gerade auf langen Touren freue ich mich, dass so der Akku gesparrt wird, wenn ich auf das komplette Ausschalten des Displays beim Workout verzichten möchte.

Akkulaufzeit

Suunto Uhren befinden sich in der Königsklasse der Akkulaufzeiten und lassen den Konkurrenten Garmin dabei gerne mal alt aussehen.

Durch diverse Sparmodi lassen sich die Laufzeiten noch verlängern.

Im Zeitmodus14 Tage
Aufzeichnung rund um die Uhr und mobile Benachrichtigungen7 Tage
Trainingsmodus mit GPS25 Std. / 50 Std. / 120 Std. / 170 Std.

Verzichten man auf gekoppelte Smartphone – Nachrichten kann die Laufzeit nochmal optimiert werden. Für mich ist die Suunto 9 Peak daher die perfekte Uhr für lange Fernwanderungen oder Bikepacking Touren, bei denen ich nicht regelmäßig mit Strom versorgt bin und den Charger gerne für mein Telefon aufbewahre.

Geladen wird die Uhr über einen magnetischen Ring am Ladekabel, der sich ganz schnell anbringen lässt. Das Laden der Suunto 9 Peak geht dabei unglaublich schnell im Vergleich zu anderen Uhren. Innerhalb einer Stunde lädt die Uhr auf 100% hoch.

GPS Auzeichnungen

Die Genauigkeit der Aufzeichnung richtet sich natürlich nach dem gewählten Sparmodus der Akkulaufzeit. Daher kann es zu Abweichungen kommen, wenn man sich für eine lange Akkulaufzeit entscheidet.

Meine Suunto 9 Peak trat im Vergleich mit der Garmin Fenix 7S an. Während der Aufzeichnungen kam es zu Unterschieden von wenigen Metern in der Distanz aber auch in der Höhe. Dabei wurden im Vergleich zur Fenix7s eher mehr Kilometer aufgezeichnet. Bei der Höhenmessung waren es bei der Suunto Uhr häufiger weniger Höhenmeter als bei der Vergleichsuhr von Garmin.

Suunto 9 Peak: 20,5km mit 150hm aufwärts und 160hm abwärts
Garmin Fenix7s mit 19,4km und 180hm aufwärts und 210hm abwärts
Suunto 9 Peak: 50,6km mit 510hm aufwärt und 480hm abwärts
Garmin Fenix7s : 50,4km und 510hm aufwärts, 520hm abwärts

Zu Routenabweichungen kam es bei der Aufzeichnung nur bei beiden Uhren im geringen Maß. Für mich als Weitwandernde sind diese minimalen Abweichungen absolut akzeptabel, da ich weder auf Zeit trainiere noch auf maximaler Leistungsoptimierung.

Herzfrequenzsensor

Generell kann die Suunto 9 Peak mit einem zusätzlichen Brustgurt kombiniert werden. Hierauf verzichte ich und nutze nur die Messung am Handgelenk.

Eine Messung am Handgelenk ist weniger genau, soviel ist generell klar. Es zeigte sich, dass z.B. starkes Schwitzen das Ergebnis noch ungenauer machte bzw. in einigen Fällen kein Ergebnis gemessen wurde. Ich nehme das Ergebnis des Herzfrequenzsensors als interessante Richtlinie, aber setze definitiv kein volles Vertrauen in die angezeigten Ergebnisse. Das würde ich aber auch bei keiner anderen Uhr, sofern sie nur am Handgelenk misst. Sofern ernsthaft innerhalb von Herzfrequenzzonen trainiert werden möchte, sollte auf ein Brustgurt zurückgegriffen werden.

Das gleiche gilt für die Messung des Blutsauerstoffs. Würde ich auf die Messung vertrauen, wäre ich eigentlich gerade ein Patient in der Notaufnahme, wenn überhaupt 😉

Routen und NAvigation

Das Erstellen von Routen erfolgt über die Suunto APP. Hier können eigene Routen erstellt aber auch vorgegebene Routen importiert werden. Diese lassen sich dann auf die Uhr übertragen. Auf buntes Kartenmaterial verzichtet die Suunto. Anhand einer blauen Linie zeigt sie die Richtung an und gibt Signale bei Wegpunkten oder Abbiegungen.

Einen Abzug erhält die Uhr dafür, dass sie erst eine Warnung nach ca. 100 Metern gibt, sofern man den Weg versehentlich verlassen hat. Das kann bei einer längeren Wanderung ärgerlich sein.

Zusätzlich verfügt die Uhr über eine Breadcrumb Navigation, diese soll einen auf schnellsten Weg zurück zum Startpunkt bringen.

Ich nutzte die Navigation auf der Uhr als Backup Funktion und sie hat mir an so manch einer schwierigen Stelle schon weitergeholfen. Insbesondere auf Trails die fernab von ausgebauten Wanderwege liegen, gibt sie die nötige Orientierung z.B. auf dem Skye Trail. Hier gibt es sicherlich Uhren mit internen Kartenmaterial, die dort das spontane Navigieren zu einem POI ermöglichen. Bei den Suunto Uhren benötigt man hierfür immer die App. Ich persönlich kann damit gut leben, denn ich überlege mir vorab welchen Weg ich laufen möchte und plane diesen meist genau. Buntes und sehr detailliertes Kartenmaterial kostet natürlich der Uhr auch wieder mehr Akku.

Die Suunto App

Die Suunto App ist das Herzstück der Uhr. Hier kann man Routen erstellen, Workouts auslesen und detaillierte Informationen bekommen. Es benötigt ein wenig Einarbeitung in die App, damit man alle dargestellten Informationen findet und versteht. Die Syncronisierung der Uhr zum Telefon, in meinem Fall zu IOS funktionierte schnell und einfach. Auch lassen sich andere Workout-Programme wie Komoot oder Strava verbinden.

Verschiedene Workouts werden mit verschiedenen Farben dargestellt. So erhält man einen guten Überblick über jede einzelne Woche, Monate und Jahre. Die Größe des Punktes gibt die Intensität (Dauer) des Workouts wieder.

Bei dem Kartenmaterial kann man aus verschiedenen wie topographische Karten, Satelitenaufnahmen oder Winterkarten wählen. Durchgeführte Routen können detailliert betrachtet werden. Neue Routen können auf der gesamten Welt geplant werden und die Funktion der Heatmaps zeigt einem weltweit besonders gern genutzte Trails. Ich nutzte diese Funktion auch immer gern zur Inspiration für neue Routen. Heatmaps gibt es für Trails, Fahrradtouren aber auch Skitouren oder Kajaktouren.

Ebenso lassen sich Daten zum Schlaf, zur Schrittzahl, allgemeinen Fitness, Herzfrequenz und zur Entwicklung der Fitness etc. abrufen.

Diverse Daten wie z.B. Aktivität und Fitnessniveau oder Aktivität und Schlafqualität können in der App in Beziehung gesetzt werden.

Mein fazit


PRO

Schlichtes, alltagstaugliches Design
schmale Uhr
sehr gute Verarbeitung
lange Akkulaufzeit
kurze Ladezeit
viele Sportmodi
Telefonnachrichten können an und ausgeschaltet werden
Herstellung in Finnland
Wasserdicht bis 100m
Heatmap
Routenplanung am Smartphone möglich



KOntra


Auswertungstiefe bei Schlaftracking
Auswertungstiefe bei Aktivitätstracking für Leistungssportler zu gering
Kartenmaterial /Routenplanung nur über App
Herzfrequenz ohne Brustgurt zu ungenau
Blutsauerstoff ungenau
Wer es benötigt: Keine Smartfunktion wie bargeldloses Zahlen
Preis über 400€


Die Suunto 9 Peak ist für meine Bedürfnisse des Langstreckenwanderns, Mehrtagestouren und den alltäglichen Gebrauch bei der Arbeit, aber auch bei diversen Sportarten genau die richtige Uhr. Sie bietet mir genügend Informationen für meine sportliche Entwicklung und die ausgeübten Aktivitäten. Auf diverse Funktionen wie Pushnachrichten, Zahlfunktionen oder Musikfunktionen verzichte ich bewusst und ich bin froh, dass man diese zur Not auch ausschalten kann.

Ich habe meine Suunto 9 Peak als Nachfolger der Suunto Spartan Baro selbst erworben und äußere meine eigene Meinung.

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