Urlaub im Phyä-Luosto Nationalpark in Finnland

Baumlose Gipfel im Wechselspiel mit alten Wäldern, Bächen und Flussläufen. Willkommen im Fjell Lapplands, willkommen im Phyä-Luosto Nationalpark.

Unendliche Stille und das ein oder andere Outdoorerlebnis kann man zwischen den beiden Ferienorten Luosto und Phyä erleben. Der Phyä-Luosto Nationalpark ist einer der ältesten Nationalparks Finnlands und für seine geologischen Besonderheiten, die Sumpfgebiete und bis zu 400 Jahre alten Wälder bekannt. 

Der Nationalpark hat sicherlich auch im Sommer seinen Reiz, ich habe die Gegend aber im Winter besucht, weshalb ich mich auch auf diese Jahreszeit maßgeblich beziehe.  Die wichtigste Touristeninformation befindet sich im Besucherzentrum Naava. Hier erhält man auch weitreichendes Kartenmaterial und Informationen zu speziellen Wanderwegen. Einige der Touren starten auch direkt am Besucherzentrum.

Anreise

Obwohl die Region fernab von großen Städten und Orten ist, kann man sie trotzdem gut erreichen. Viele Südfinnen machen hier ihren Winterurlaub, da die Schneegarantie sehr hoch ist und das Angebot für Langlauf- und Abfahrtsski sehr groß sind. Die Anreise mit dem Auto ist also auf alle Fälle möglich. Jedoch sollte man das winterliche Autofahren bei -30 Grad nicht unterschätzen, insbesondere wenn man dies nicht gewohnt ist.

Mit dem Nachtzug kann man von Helsinki über Tampere, Oulu und Kemi bis Rovaniemi oder bis Kemijärvi fahren. Von Ravaniemi oder Kemijärvi fahren regelmäßig Busse über Luosto und Phyä.

Die nahegelegenden Flughäfen befinden sich in Rovaniemi, Kittilä oder Kuusamo.

Gerade im Winter sind die Flüge in die Region rund um Rovaniemi teurer, daher lohnt sich das frühe Buchen oder auf ein „Last Minute Angebot“ zu hoffen. Mehr Informationen zu den Verbindungen findet man auf der Tourismusseite von Phyä oder Luosto. Um den passenden Bus zu finden, nutzt man am besten die Internetseite von matkahuolto. Matkahuolto gibt es auch als App, die das einfache Kaufen von Tickets ermöglicht. Den passenden Zug findet man auf VR.fi auch hier gibt es eine gute App. Wer sich für das Bahnfahren in Finnland interessiert findet hier demnächst auch einen extra Beitrag dazu.

Verschiedene Winteraktivitäten

Abfahrtsski

Ich selbst bin kein große Skifahrerin. In manch einer Region empfinde ich die ganzen Pisten sogar als störend, um von den Einflüssen auf den Wald mal nicht zu reden…

In Phyä und Luosto hält es sich aber noch in Grenzen, bzw, es gibt so viel Wald drumherum, dass es sich nicht so negativ auswirkt.

Trotzdem schien es mir, als wäre die Anzahl der Pisten mit ihren verschiedenen Schwierigkeitsgraden ausreichend, da es nie allzu voll dort zuging. Im Skigebiet Phyä gibt es 9 Skilifte und ca. 11 Kilometer Pistenstrecke. Einen Pistenplan findet man hier für Phyä und hier für Luosto.

Die beiden Orte werden auch mit einem mehrfach täglich fahrenden Skibus verbunden. Dieser fährt bis nach Rovaniemi und ein weiterer in Richtung Kemijärvi.

Skilanglauf in all seinen Formen

Mir war nicht bewusst in welcher Vielfalt und mit welchem Ausmaß der Skilanglauf ausgeübt wird. Das liegt vielleicht daran, dass ich in einer relativ schneefreien Region lebe, der Toskana Deutschlands.

Das letzte Mal, dass ich auf Langlaufski stand, ist bestimmt 20 Jahre her. Aber ich habe das Angebot mal angenommen und mich ausprobiert. Letztendlich hatte ich wirklich viel Spaß daran uns sogar ziemlich Muskelkater.

Es gibt zahlreiche Loipen, die sogar mit gängigen Straßenlaternen ausgeleuchtet sind und für den klassischen Langlaufskisport genutzt werden. Ebenfalls Möglich ist das Backcountry skiing, Crosscountry Touren oder das Nordic Cruising und Skating. Es gibt in den Orten Phyä und Luosto auch die Möglichkeit Ausrüstung zu leihen, an einem Anfängerkurs oder einer geführten Tages- / Mehrtagestour teilzunehmen.

Schneeschuhwandern und Winterwandern

In der Region des Nationalparks gibt es zudem ausgewiesene Wanderwege, die gut im Winter begangen werden können, zum einen mit Schneeschuhen zum anderen auch ohne Schneeschuhe.

Eine erste Trailübersicht gibt diese touristische Karte. Eine bessere Übersicht gibt die virtuelle Karte der Region mit den eingezeichneten Wegen. Auch Ausrüstung zum Schneeschuhwandern gibt es vor Ort. Ebenso eine Vielfalt an geführten Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und zu diversen interessanten Sehenswürdigkeiten.

Tierische Begleitung

Wer in den Norden Finnlands fährt, wird so oder so mit etwas Geduld auf die einheimischen Rentiere stoßen. Wer sicher gehen will findet zwischen Luosto und Phyä auch eine Rentierfarm ( Rentierfarm Kopara) in der Führungen und auch Schlittenfahrten angeboten werden. Zusätzlich gibt es einen reindeer Trail – der zur Erkundung und Fütterung der Tiere einlädt.

Eine weitere Farm befindet sich nördlich von Luosto (Rentierfarm Jaakkola).

Huskytouren werden ebenfalls in der Region durchgeführt. Direkt bei der Rentierfarm Kopara liegt die Arctic Husky Farm. Die Buchung einer Tour erfolgt über einen der Tourenanbieter in der Region (Siehe unten). Auch hier ist die Auswahl verschiedener Tourenlängen möglich. Allerdings sollte man sich rechtzeitig um eine Reservierung kümmern.

Was man sonst noch machen kann

Rund um den Nationalpark gibt es viele Fahrradwege, die auch im Winter mit dem Fatbike gut genutzt werden können. Natürlich kann man sich über einen Tourenanbieter auch ein Schnneemobil, Schlitten oder einfach eine warme Ausrüstung leihen.

Geologische Formationen machen auch das Eisklettern etwas östlich von Phyä möglich. Wer sich für Edelsteine interessiert, kann auch die Amethyst-Mine oberhalb von Luosto besuchen.

Saunieren sollte auf alle Fälle auf dem Programm stehen. Wenn man keine eigene Sauna in der Unterkunft hat findet man auch die Möglichkeit im Fjellzentrum Kairosmaja die Sauna zu besuchen und sich anschließend im Eisloch mit sehr kalten Wasser abzukühlen.

Das Lapland Hotel Luostotunturi in Luosto bietet zudem Tagesgästen den Zugang zum Wellnessbereich.

Tourenanbieter

Ich selbst habe den lokalen Tourenabieter Kairankutsu genutzt und war damit mehr als zufrieden. Besonders die Cross Country Ski Tour hat mir gut gefallen.

Übernachten

Von der einsamen Blockhütte, einem Iglu im Eis, einer Ferienhütte, einem Campingvan oder dem klassischen oder familiären Hotel gibt es im Umkreis der Ferienorte so ziemlich alles. Entscheidet man sich für ein Hotel oder eine Ferienwohnung bzw. Ferienhaus in den Orten hat man einen Supermarkt vor Ort und auch die Möglichkeit den Bus gut zu erreichen. Wählt man eine Blockhütte abseits der Orte sollte man, sofern man nicht mit dem eigenen Auto anreist, zuvor genau prüfen wo der Bus in der Nähe hält. Die Website Matkahuolto kann dabei sehr nützlich sein. Ein schneller Weg zum Supermarkt ist dann nicht so einfach, man sollte dabei bedenken, dass man hier ein „wenig“ Laufweg durch Schnee und Kälte hat. Es ist aber zumindest eine interessante Erfahrung eine längere Strecke mit Einkäufen durch den Wald zu laufen.

Temperaturen und Kleidung

Ich denke, wer sich für einen Winterurlaub im Fjell entscheidet weiß zumindest, dass er sich auf Schnee einstellen sollte. Die Temperaturen können dabei sogar von Tag auf Tag sehr schwanken. Je näher man der See und Sumpfregion im Nationalpark kommt, desto kälter wird es. Auch der Wind ist auf den Bergen nicht zu unterschätzen.

Auf Temperaturen zwischen -15 Grad und -30 Grad sollte man sich einstellen und dementsprechend einkleiden. Im Idealfall greift man auf mehrere Kleidungsschichten zurück, denn so ist man gut gerüstet. Wer sich für meine Ausrüstung interessiert findet dazu auch eine Packliste unter den Notizen.

Preise und Kosten

Ein Abenteuer im hohen Norden ist nicht günstig, soviel ist klar. Insbesondere die Zeit rund um Weihnachten, Silvester bzw. Neujahr erfordert einen tiefen Eingriff in die Ersparnisse.

Lebensmittel und insbesondere alkoholische Getränke sind in Finnland allgemein teurer. Die Preise der Unterkünfte liegen pro Nacht deutlich über 100 Euro. Das Hotelzimmer ist natürlich günstiger, als die Blockhütte. Gerade in der Weihnachtszeit ist aber das Zweite natürlich viel schöner und familiärer.

Wer dann noch ein Restaurant besucht, sollte etwas mehr Geld einplanen. Einige Restaurants bieten zur Weihnachtszeit und Neujahr spezielle Buffets mit lokalen Speisen an, auch hier muss man dringend vorab reservieren.

Meine Ausgaben, An-und Abreise, Mobilität, Unterkunft, Verpflegung, Ausflüge und sonstige Ausgaben eingerechnet, lagen bei ca. 185€ pro Tag. Damit gehörte der Urlaub in Finnland zu der teuersten Reise, die ich je gemacht habe. Dafür habe ich aber auch dieses Mal nicht im Zelt geschlafen sondern hatte eine eigene Sauna und einen Kamin 🙂

Und meine Schokoladen- und Lakritzvorräte wurden auch aufgefüllt.

Comments

  • 21. März 2022

    ‚Tolle Seite! Mach weiter so und allzeit schöne Touren!
    LG
    Thomas

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