Camino natural de La Palma GR 131 – El Bastón

Der Camino Natural de la Palma (GR131) ist Teil des Europäischen Fernwanderweges E7. Auf den kanarischen Inseln findet man Abschnitte des Weges auf allen Inseln mit Ausnahme von Gran Canaria. Auf La Palma ist die Inselquerung 87 Kilometern lang und es muss eine Höhendifferenz von ca. 3.830 Metern überwunden werden. Für den Weg sollte man mindestens 2 Tage einplanen. Die meisten Wanderer laufen ihn jedoch in drei bis vier Tagen. Für erfahrene Trailrunner ist der Weg ebenfalls gut geeignet.

Die Wegmarkierung und der Ausbau der Wege ist mehr als vorbildlich. An jeder Kreuzung steht ein neuer, gut sichtbarer Wegpfeiler, zusätzlich gibt es die typischen rot-weißen Markierungen an Felsen und Steinen.

Blick aus dem Süden auf die Caldera Taburiente
Übernachtungsmöglichkeiten

Übernachtungsmöglichkeiten findet man zum einen im Ort Los Canarios / Fuencaliente (Hostel, Hotel, Apartments). Im Gebirge ist man, sofern man nicht wild zelten möchte, auf die Schutzhütten Refugio Punta de Los Roques und Refugio del Pilar angewiesen. Das Refugio el Pilar ist aktuell (April 2021) aufgrund der Verbreitung des Coronaviruses geschlossen. Die Hütte Los Roques hingegen ist geöffnet.

Zusätzlich wurden vor einigen Jahren weitere Hütten am Weg errichtet, leider findet man diese nur geschlossen vor, ob und wann eine Nutzung hier wieder möglich ist, ist nicht abzusehen. Es fehlt wohl an finanziellen Mitteln die Hütten offen zu halten. Idealerweise erkundigt man sich kurz zuvor in der Touristeninformation in Santa Cruz, Los Llanos oder Fuencaliente, ob die Schutzhütten aktuell nutzbar sind.

Aber auch wenn die Hütten geschlossen sein sollten, gibt es Möglichkeiten den Weg mit Hilfe von Transferbussen zu erreichen und sich eine Unterkunft in einen der größeren Orte zu suchen.

Ruta de los volcanes

Das Wildzelten ist auf La Palma verboten. Dennoch sieht man Wanderer, die diese Option nutzen. In den Bergen gibt es einige gute Stellflächen, die auch nicht unbedingt einsehbar sind. Bei der kompletten autarken Wanderungen muss man jedoch zwingend bedenken, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt Trinkwasser aufzufüllen (z.B. in El Pilar). Ausserdem darf auf keinen Fall in den trockenen Wäldern ein Feuer, jeglicher Art, entfacht werden. Spezielle Feuerstellen gibt es in El Pilar und an der Hütte Refugio Punta de Los Roques.

Blick auf die Nachbarinseln
Wanderung mit festem Standort

Wer den gesamten Weg nicht am Stück laufen möchte, kann sich auf verschiedene Arten behelfen. Taxen bieten spezielle Fahrten zu den Start und Zielpunkten der Wanderung an (z.B. El Pilar, Roche de los Muchachos). Allerdings sind diese nicht ganz günstig, denn die Anfahrt über die schwierigen Bergstraßen dauert seine Zeit. Für eine Strecke zahlt man zwischen 30€ und 50€. Wer sich vorab informieren möchte findet dazu Informationen auf der Seite von Taxi La Palma. Weitere Anbieter findet man in jedem größeren Ort sowie an vielen größeren Bushaltestellen.

Eine günstigere aber weniger flexible Lösung ist die Nutzung des Bustransfers, der aktuell nur am Wochenende verfügbar ist. Mehr Informationen dazu findet man unter https://lapalmatransfer.com/de/. Die Fahrten liegen preislich bei 10€ bis 13€. Die Abfahrten sind auf die urbanen Regionen um Los Llanos und Santa Cruz beschränkt. Zusätzlich kann man hier auch eine Rückfahrt buchen. Man sollte aber beachten, dass man sich dann auf eine feste Uhrzeit festlegt, die es einzuhalten gilt. La Palma Transfer bietet auch geführte Wanderungen an.

Wer alleine reist, kann sich auch gut in den Hostels (z.B. in El Paso oder Los Llanos) mit anderen Wanderern zusammentun oder mit den Besitzern einen Transfer absprechen, der zwar teurer als der Bustransfer ist, aber unter dem Preis einer Taxifahrt liegt.

Vulkanlandschaft
Etappeneinteilung

Der GR131 auf La Palma ist in beide Richtungen gut gekennzeichnet, daher kann man im Süden (Faro Fuencaliente) als auch im Westen (Porto Tazacorte) starten. Wenn man aber genau auf die Länge und den Anstieg achtet, sollte man es sich genau überlegen, ob man direkt am ersten Tag zum höchsten Gipfel aufsteigen möchte und anschließend den gesamten Calderarand bis zur Hütte Punta de Los Roques laufen kann. Es müssen nämlich neben der Distanz von 31 Kilometern auch über 2700hm überwunden werden. Sollte man also nicht absolut fit sein, ist dies an einem Tag kaum machbar, insbesondere da auch ein großer Teil der Strecke in der prallen Sonne verläuft. Vielleicht öffnet in näherer Zukunft die bereits erbaute Hütte „El Time“ wieder, dies würde den Anstieg von Nord -West aus in zwei Etappen ermöglichen.

vonbisLänge
Faro de FuencalienteFuencaliente8 km
FuencalienteEl Pilar18 km
El PilarRefugio Punta de Los Roques13 km
Refugio Punta de Los RoquesPuerto de Tazacorte 31 km

Farbspiel der Vulkane
Auf der Karte

Weitere Informationen und den GPX Download findet man auf der Karte unter “Details“ und „mehr Details“.

Details
GR 131 Camino Natural de la Palma
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Meine Erfahrungen

Eigentlich wollte ich den Weg am Stück gehen, habe mich dann aber aufgrund der geschlossenen Unterkunftmöglichkeit in El Pilar dagegen entschieden. Hauptgrund war für mich dabei der Transport des Wassers. Ich hätte einfach zu viel transportieren müssen und das Gewicht meines Rucksackes wäre wohl ins Unermessliche gestiegen. Daher habe ich die Variante des Bustransfers genutzt. Da ich zusätzlich noch die Inselumrundung gelaufen bin, stellte es für mich auch kein Problem dar, den Transfer nur am Wochenende zu nutzen.

El Pilar – Camping

Meine erste Unterkunft suchte ich mir in Fuencaliente und lief den ersten Abschnitt vom Leuchturm Funcaliente zurück. Die Buslinie 23 fährt regelmäßig zwischen den beiden Orten. Auf dem Weg habe ich auch gleich noch das Museum und den Vulkan San Antonio besichtigt, welches sich mit dem Vulkanismus im Allgemeinen und der Kanaren beschäftigt.

Am Leuchturm kann man wunderschön schwimmen gehen und insgesamt hat mir dieser Wegabschnitt gut gefallen. Vulkanlandschaft prägt auch hier schon die Umgebung, der Vulkan „Tenegue“ ist erst vor 48 Jahren das letzte Mal ausgebrochen und man spaziert durch die doch recht „frischen“ Lavafelder des Vulkans.

Für die zweiten Abschnitt der sehr bekannte „ruta de los volcanes“ nutzte ich den Bustransfer nach El Pilar und lief zurück Richtung Fuencaliente. Bei gutem Wetter bieten sich Weitblicke auf die drei Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Die Wege sind geprägt von schroffen und feinen Gesteinen, links und rechts vom Weg türmen sich diverse Vulkankegel auf. Eine lange Zeit läuft man hier ohne Schatten über die schroffen Gesteine, nur zu Beginn und Ende der Tour passiert man die endemischen Wälder mit den sehr resistenten kanarischen Kiefern. Zahlreiche Waldbrände haben hier bereits gewütet, die starke Borke der kanarischen Kiefer macht es dem Baum jedoch möglich, auch nach einem Brand neue Knospen austreiben zu lassen. So sieht man auf dem Weg zahlreiche schwarz verkohlte Stämme, aus denen frisches grün sprießt.

Blick aus dem Norden auf die Caldera Taburiente

Auch für die beiden letzten Abschnitte nutzte ich den Transferbus und lies mich zwei Mal zum „Roche de los Muchachos“ fahren. Einmal lief ich Richtung Westen Richtung „Porto Tazacorte“ abwärts und ein weiters Mal Richtung Refugio bis „El Paso“.

Wenn man etwas Glück hat und das Wetter mitspielt kann man vom Gipfel aus und den gesamten Weg entlang die wundervolle „Cloudwave“ über dem Calderarand beobachten. Die von Osten aufziehenden Wolken schieben sich wie eine wild gewordene Welle über den Kamm, um sich dann langsam wieder aufzulösen. Wenn man allerdings selbst direkt auf dem Pass läuft, freut man sich, wenn diese Wolkendecke gerade nicht da ist, denn sie beschränkt die Weitsicht maßgeblich, aber zumindest hat man dann etwas Schatten.

Ich habe mich auf dem GR131 auf La Palma sehr wohl und stets sicher gefühlt. Der Weg stellt klare Anforderungen was An-und Abstiege betrifft. Die Wegbeschaffenheit ist allerdings so gut, dass keine größeren Kletterkünste nötig sind. Die Auf- und Abstiege sind zwar konstant und lang aber nur an einigen Stellen steil. Knöchelhohes Schuhwerk ist prinzipiell nicht notwendig, da man aber häufig durch Schotter und Sand der Vulkane läuft, würde ich es trotzdem empfehlen, denn nichts ist unschöner als ständig Steine im Schuh zu spüren. Einige Passagen führen an Steilhängen vorbei, hier sollte man sich konzentrieren und auf den Wegen bleiben. Das lockere Gestein ausserhalb der Wege kann schnell ins Rutschen geraten.

Mit etwas Vorbereitung und der richtigen Ausrüstung gehört der GR131 zu einem der einfacheren Fernwanderwege, den ich aber unbedingt empfehlen kann.

Comments

  • Achim
    25. April 2021

    Der Weg kommt direkt auf meine Liste! Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Achim

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