Irlands bekanntester Fernweg: Der Kerry Way

Wenn man von Fernwanderwegen in Irland hört, so geht es doch häufig um diesen, den Kerry Way. Viele Urlauber schlägt es auf die Halbinsel, um vorzugsweise mit dem Wohnwagen den „Ring of Kerry“ abzufahren. Das ganze lässt sich natürlich auf dem Kerry Way auch zu Fuß bewältigen. Garantiert sind tolle Fernsichten und kühle Meeresbrise. Wer ganz mutig ist kann sich im Meer auch abkühlen und zwar so richtig. Der Kerry Way ist nur einer der klassischen Fernwanderwege auf den Halbinseln Irlands. In der Grafschaft Kerry gehören auch noch der Dingle Way und der Beara Way zu den Top Trails Irlands.

 

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Irlands Klassiker - Kerry Way
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Der Kerry Way ist prinzipiell ein einfacher Fernwanderweg. Ohne große Höhen und Kletterpassagen führt er über die Halbinsel. Was ihn anspruchsvoller macht, ist die Länge der Etappen und das teilweise sehr raue Wetter mit den Folgen, dass die Wege sehr matschig und rutschig sein können. Über ein paar Felsen muss man zu Beginn der Tour dann nämlich doch auf- und absteigen.

Der Kerry Way ist durchgängig markiert, jedoch sind einige Markierungen nicht immer gleich ersichtlich, weshalb es sinnvoll ist, sich mit einer weiteren Orientierungshilfe auszustatten. Die Markierung ist, wie auch auf dem Dingle Way ein gelber Pfeil bzw. ein gelbes Männchen. Manchmal sind es aber auch Schilder mit der Aufschrift „Kerry Way“.

Man kann den Weg in 8 oder 9 Tagen schaffen, das setzt jedoch eine entsprechende Etappenlänge voraus. Ich würde immer etwas mehr Zeit einplanen, denn über 30 Kilometer zu gehen bei Wind und Regen hat es schon in sich. Wenn man dann noch Zeit für einen Pausentag hat, kann man diesen auf der Kerry Halbinsel sehr sinnvoll füllen, zum Beispiel mit einer Bootstour zu den Skellig Islands ab Caherdaniel oder Waterville.

 

 

Etappenübersicht

 

 

Etappe Start und Ziel Länge Unterkunft   Landschaft
1. Killarney zum Black Valley 25km Hostel   ♥♥♥♥
2. Black Valley nach Glencar 23km B&B   ♥♥♥♥♥
3. Glencar nach Glenbeigh 18km B&B   ♥♥♥♥
4. Glenbeigh nach Cahersiveen 31km Hostel   ♥♥♥♥
5. Cahersiveen nach Waterville 31km B&B   ♥♥♥♥♥
6. Waterville nach Caherdaniel 13km Hostel   ♥♥♥♥♥
7. Caherdaniel nach Sneem 18km B&B   ♥♥♥♥
8. Sneem nach Kenmare 32km B&B   ♥♥♥♥♥
9. Kenmare nach Killarney 26km Hostel   ♥♥♥♥♥

 

Der Kerry Way beginnt im schönen Ort Killarney. Hier lohnt es sich sogar zwei Tage zu bleiben und das irische Kleinstadtleben zu genießen. Bis zum Ort Cahersiveen ist man dann erstmal relativ abgeschieden unterwegs. Die meisten Höhenmeter pro Tag sammelten man zwischen Glencar, Cahersiveen, Waterville und Caherdaniel. Hier sind es fast bis zu 1000hm täglich, was man von dem sonst so flachen Irland gar nicht erwarten würde. Da ich mich für die langen Etappen entschieden habe, plante ich 3 Pausentage ein. Diese nahm ich mir in Cahersiveen, Waterville und Caherdaniel. Zum einen konnte ich so umliegende Burgruinen besuchen und das Meer genießen, zum anderen konnte ich so eine Tagestour zu den Skellig Islands machen.

 

Der gesamte Kerry Way ist niemals weit weg von dem klassischen Ring of Kerry. Hier fahren auch täglich mehrmal Busse um die Halbinsel. Man kann die Tour also auch mit einer festen Unterkunft planen.

Zelten ist ebenfalls möglich jedoch schwieriger, da ein Großteil der Fläche Weideland ist und man somit die Erlaubnis des Landbesitzers benötigt. Wildes Zelten ist in Irland verboten, wird aber toleriert.

Man sollte ebenfalls tunlichst darauf achten alle Tore und Gatter zu schließen. Kein Farmer sieht es gerne, wenn seine Schafe ausbüxen. Verständlich, wenn sie die Wanderwege irgendwann nicht mehr auf ihrem Gelände haben möchten. Man sammelt übrigens auch einiges an Höhenmetern beim Überklettern der Treppen und Zäune, die einige Farmer bereitgestellt haben.

 

 

Klima und Reisezeit

 

In Irland ist es recht mild. Regen und schnelle Wetterwechsel gibt es zu jeder Jahreszeit, daher kann man den Kerry Way auch zu jeder Jahreszeit mit passender Ausrüstung laufen. Im Sommer sind viele Touristen auf der Halbinsel und man sollte seine Unterkunft vorbuchen, die Preise sind zu dieser Zeit sehr hoch. Auch hier sind die kleinen, lästigen Mücken im Sommer besonders viel unterwegs. Ich würde daher den Frühling für diese Tour empfehlen.

 

 

An- und Abreise

 

Für mich ging es von Frankfurt Hahn zum wohl kleinsten Flughafen, den ich je betreten habe zum Kerry Airport. Alternativ kann man auch über Dublin oder Cork mit dem Flugzeug und anschließend Bus anreisen. Von Dublin aus lässt es sich auch mit dem Zug nach Killarney anreisen. Verbindungen findet man bei Irishrail. Busverbindungen kannst du bei buseireann finden. Dort finden sich auch die Fahrzeiten für die Busse auf dem Ring of Kerry. Vom Flughafen Kerry verkehren regelmäßig Busse nach Killarney oder in Richtung Tralee.

 

 

Ausrüstung

 

 

Wetterfest sollte man auf alle Fälle in Irland unterwegs sein. Das gilt von Kopf bis Fuß. Ich lege immer Wert auf gute Schuhe, die auch einiges an Nässe aushalten. Denn sollte es regnen und das wird es mit großer Wahrscheinlichkeit, verändern sich die Wege in wahre Matschpisten.

Meine Packliste findest du hier. Natürlich hängt es immer davon ab, welche Unterkunft man wählt und wieviel Luxus man benötigt. Ich war ohne Zelt unterwegs und habe in festen Unterkünften genächtigt, wodurch ich mir diese Ausrüstung sparen konnte.

 

 

Resümee zum Kerry Way

 

Eins würde ich auf alle Fälle ändern. Und zwar die Länge der Etappen. Als ich bei starkem Regen und Hagel immer noch 26 Kilometer vor mir hatte, war meine Laune doch etwas auf dem Tiefpunkt. Man muss bedenken, dass es auf der weiten Ebene keine Möglichkeit gibt sich irgendwo unter zu stellen. Ich habe zwar kurz in Erwägung gezogen mich unter ein Schaf zu legen, lies es dann aber sein. Ich trug meinen Rucksack über meinen Kopf, um diesen vor den Hagelkönnern zu schützen. Es gibt auf dem Weg über das Farmland abseits der Orte auch nicht die in Deutschland üblichen bequemen Rastplätze. Also sollte man sich auch bei Regen darauf einstellen, dass man sich auf die nasse Wiese setzen muss oder wie ich eben keine Pause machen. Manchmal ist weniger Strecke einfach mehr. Ich werde das bei meinen nächsten Touren mit einplanen.

Ich habe auf dem Kerry Way nur wenig andere Wanderer getroffen, hin und wieder gab es Tagestouristen, aber nur wenige gingen den ganzen Weg. Das Wetter war aber auch wirklich „irisch“.

Ich finde es eine tolle Alternative die Kerry Insel zu Fuß zu entdecken anstelle von der traditionellen Autofahrt. Es sind auf dem Ring of Kerry eh viel zu viele Autos unterwegs und als Fußgänger sieht man auch einfach mal viel mehr. Daher bin ich sehr froh, dass ich den Kerry Way gelaufen bin. Es ist noch zu sagen, dass man zeitweise auch mal auf Asphalt geht. Insbesondere wenn man in die Nähe von Ortschaften kommt. Ich empfand es aber als in Ordnung, da es nicht den Großteil ausgemacht hat.

 

 

Impressionen zum Kerry Way

 

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