Mit dem Zelt auf dem Dingle Way Teil 2

Erholung für die Waden mit mentalen Hindernissen

Die Etappe beginnt mit einem kurzen Stück Straße. Und ja ich freute mich so sehr auf den weichen, weißen Sand. Auf das Meer neben mir und das Barfußlaufen. Man bekommt einige Krebse, Krabben oder Quallen zu sehen. Hin und wieder kann man Surfer sichten. Im Allgemeinen kann man aber sagen, dass man auf dieser Etappe hauptsächlich der einzige Mensch am Strand ist.

Voller Euphorie laufe ich entlang des Strandes, ich laufe im Wasser, am Wasser, koche am Strand und unterhalte mich mit den wenigen Menschen, die vorbeilaufen. Gefühlt vergehen viele Stunden. Und tatsächlich ist das auch so. Der Strand ist unglaublich lang. 12 Kilometer Sand vor einem und man kann ihn in voller Länge sehen.

Ich bin der festen Überzeugung das Meer lagert in der Zwischenzeit weiter Sand ab und jeder Kilometer kommt einfach wieder dazu. Man kann schon verrückt werden bei so viel Sand.

Mein Ziel ist es an der nördlichen Spitze des Strandes zu campen. Allerdings ist das nicht möglich, denn der Bereich ist vollkommen im Besitz eines riesigen Campingplatzes. Und dabei war ich zuvor so lange alleine… Hätte hätte Fahrradkette… Nun ja zurück geht nicht, also vorwärts.

Es stellt sich jedoch heraus, dass dieses Gebiet sehr touristisch ist. Wildzelten daher problematisch. Somit wird es doch ein Campingplatz. Immerhin gibt es ein Eis für mich. Sogar geschenkt.

Nur noch einmal laufen

Der letzte Tag liegt vor mir. Irgendwie ist das immer ein besonderer Tag und man trägt jedes Mal wieder wechselhaft Gefühle mit sich rum. Eine Mischung aus Erleichterung und Traurigkeit. Zum Glück ist es ja noch nicht das Ende meiner Reise, so dass ich mich positiv auf die neuen Erlebnisse einstellen kann. Nun will ich aber diesen letzten Tag auf dem Dingle Way in vollen Zügen genießen. Und das tue ich auch. Wieder geht der Weg entlang des Strandes, nachdem man die Ortschaft Castlegregory passiert. Verschiedene Felsformationen machen den Weg spannender. Da gerade Ebbe ist, gibt es auch viele Vögel zu bewundern, die gierig auf Nahrungssuche gehen.

Ich nutzte die Zeit am Strand, um mein Zelt zu trocknen. Die Idee war im Nachhinein etwas unklug. Denn anschließend trage ich ziemlich viel Sand mit mir herum. Sonne und Wind laden aber geradezu dazu ein. 

Die letzte Etappe geht für mich bis nach Camp. Prinzipiell kann man auch wieder zurück bis Tralee laufen. Die Route entspricht dann der ersten Etappe. Bevor man Camp erreicht geht es vom Strand vorbei an einer schönen Kirche noch einmal gut aufwärts. 

Camp

In Camp angekommen, fährt der Bus regelmäßig nach Tralee und Dingle. Ich genieße noch einmal die letzten Sonnenstrahlen und warte auf alten irischen Schulbänken auf den durchaus sehr pünktlichen Bus.  Mit etwas Wehmut, aber auch Vorfreude lasse ich mich im Bus schaukeln. Das war er nun der Dingle Way.

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